Parque Nacional Torres del Paine | Teil 3

Bald können wir los!




Bevor wir heute zum Equipment kommen, möchte ich euch die möglichen Touren durch den Parque Nacional Torres del Paine vorstellen.

  • Tagesausflüge zu den Torres

Wer einen kleinen Eindruck von der Schönheit der Natur bekommen möchte, ohne sich längere Zeit in dem Nationalpark aufzuhalten, hat die Möglichkeit einen Tagesausflug zu der Felsformation zu machen, die dem gesamten Park seinen Namen verliehen hat: den Torres del Paine. Bis zum Fuße des Berges kann man mit dem eigenen Auto, per Bus oder geführter Tour gelangen. Hier befindet sich ein Campingplatz, ein Hotel, eine Art Jugendherberge und eine luxuriöse Eco-Camping Anlage.

Man sollte so früh wie möglich hier sein. Die meisten Tagesausflügler kommen wohl mit gebuchten Touren. Auf eigene Faust ist das aber auch möglich. Mit Tagesrucksack und Pausen würde ich die Aufstiegszeit für den normalen Wanderer auf 4 Stunden SCHÄTZEN! Auf halber Strecke kommt ihr an einen sehr gepflegten Campingplatz (Camping Chileno). Hier gibt es besonders leckere Sandwiches und Cookies.

Das Gemeine an den Türmen ist, dass in der Schlucht in der sie liegen ein einzigartiges Mikroklima herrscht. Hier kann es regnen und schneien, während ihr außerhalb der Schlucht stets die Sonne seht. So kommt es auch, dass die Felsformation an viel zu vielen Tagen nicht so schön oder gar nicht so zu sehen ist wie auf den Postern und Fotos. Zur Info: Das Foto das auf den Broschüren zu sehen ist, hat ein Fotograf gemacht, der mehrere Wochen mit einer Sondergenehmigung bei den Torres gecampt hat!

  • Das W (mindestens 3 Nächte/4 Tage)

Auf der Karte sieht der zu laufende Weg aus wie ein W – daher die Bezeichnung. Diese meistgenutzte Mehrtagestour führt euch zum Gletscher Grey, in das Tal Valle del Francés mit einem schönen Ausblick am Ende des Pfades und selbstverständlich hoch zu den Torres. Man kann die Tour von Osten nach Westen, also vom Hotel Las Torres startend bis zum Campingplatz Paine Grande, oder andersherum laufen. Häufig herrschen hier Westwinde, weshalb die Tour von West nach Ost empfehlenswert ist. Dann klatschen euch Regen, Hagel und Co. wenigstens nur auf den Hinterkopf. Um es positiv auszudrücken, lauft ihr dann in der Regel mit Rückenwind. Ich empfehle euch die Tour wie folgt anzugehen:

Tag 1: Anreise mit dem ersten Bus bis zur Cafeteria Pudeto. Schnell aus dem Bus auf den Steg, um sicher einen Platz auf der nächsten Fähre zu bekommen. Übersetzen zum Campingplatz Paine Grande. Einchecken, Zelt aufbauen (oder eines der Vorhandenen mieten und beziehen) und einen Rucksack mit Wasser, Sonnencreme und Verpflegung fertig machen – los geht eure erste Wanderung zum Gletscher Grey. Nutzt die Aussichtspunkte auch als Pausen und verausgabt euch beim Aufstieg nicht zu sehr, ihr müsst ja wieder zurück!
Tag 2: Camping Paine Grande -> Campamento Italiano oder Campamento Los Cuernos
ACHTUNG! Camping Italiano ist einer der kostenlosen Plätze. Hier benötigt ihr ein eigenes Zelt!
Tag 3: Campamento Italiano -> Campamento Torres (Empfehlung) oder Campamento Chileno
Auch Campamento Torres ist ein kostenfreier Platz.
Tag 4: Campamento Torres -> Hotel Las Torres à Puerto Natales
Erkundigt euch im Vorfeld nach Bussen die ab hier den Park nach Puerto Natales verlassen, damit ihr eure Wanderzeit berechnen könnt.

  • Das O (7 Nächte / 8 Tage)

Für ambitionierte Wanderer. Nur mit eigenem Zelt möglich. Der Name ist Programm – ihr startet dort wo ihr endet.

Tag 1: Anreise(unbedingt mit dem ersten Bus) bis Cafeteria Pudeto -> Campamento Los Cuernos

Auch hier wie beim ersten Tag des W’s so schnell wie möglich auf die Fähre und die Zeit der Überfahrt zur Erholung nutzen. Danach geht es sofort los zum Campamento Los Cuernos. Bringt ihr etwas mehr Zeit mit, könnt ihr auch einen späteren Bus nehmen und die erste Nacht auf dem Paine Grande verbringen.

Tag 2: Los Cuernos -> Campamento Torres (Empfehlung) oder Campamento Chileno
Tag 3: Torres -> Serón
Tag 4: Serón -> Dickson
Tag 5: Dickson -> Los Perros
Tag 6: Los Perros -> Grey
Tag 7: Grey -> Paine Grande
Tag 8: Paine Grande -> Fähre zur Cafeteria Pudeto -> Puerto Natales
Ihr wollt den letzten Kick? 130 Kilometer pures Patagonien? Kommt mit uns:

  • Das Q (8 Nächte / 9Tage)

Das Q ist eine Erweiterung des O’s und ebenfalls nur mit einem eigenem Zelt möglich.

Tag 1: Statt die bequeme Fähre zum Campamento Paine Grande zu nehmen, fahrt ihr mit dem Bus weiter zur letzten Haltestelle: La Administración und lauft zum Paine Grande. Das Q ist nur möglich wenn ihr Tickets für einen der frühesten Busse (die ich immer Empfehle) in den Park bekommt.
Tag 2: Paine Grande -> Los Cuernos
Tag 3: Los Cuernos -> Campamento Torres
Tag 4: Campamento Torres -> Serón
Tag 5: Serón -> Dickson
Tag 6: Dickson -> Los Perros
Tag 7: Los Perros -> Grey
Tag 8: Grey -> Paine Grande
Tag 9: Paine Grande -> Fähre nach Pudeto -> Bus nach Puerto Natales

Vorbereitung und Ausrüstung
Ungeachtet welche Tour ihr wählt, die Vorbereitung ist das A und O.
Im folgenden werde ich hauptsächlich auf Mehrtagestouren eingehen.
Wasser
Zum Überleben braucht ihr natürlich Lebensmittel. Allen voran Wasser. Nehmt euch eine gut verschließbare Flasche mit, die auch mal runterfallen oder gegen einen Fels knallen kann. Das Wasser dafür bekommt ihr im gesamten Park frischer als es euch irgendein Unternehmen in der Werbung verkaufen kann und zudem noch ständig eisgekühlt – direkt aus dem Fluss. Nicht selten könnt ihr oberhalb noch die Schnee- und Eismassen sehen, aus denen dieser entspringt. Achtet darauf, dass kein totes Tier in der Nähe liegt und je weiter ihr stromauf geht, desto besser ist das Wasser. Außerdem solltet ihr schnellfließende Abschnitte bevorzugen. Solltet ihr das Q laufen, also an der Administración starten, füllt euch dort die Flasche am Wasserhahn auf. Auf dieser ersten Etappe wird es schwierig Wasser zu bekommen.

Ihr solltet eure Mahlzeiten schon vor der Ankunft in Puerto Natales Tag für Tag planen. Ihr benötigt Nahrung, die euch schnell wieder mobilisiert, unempfindlich und sättigend ist. Zudem muss sie natürlich verhältnismäßig leicht sein. Euer Essen sollte schnell zuzubereiten sein und trotzdem gut schmecken.
Es gibt diese spezielle, getrocknete Outdoornahrung, auf die man nur noch kochendes Wasser gießen muss. Diese ist bestimmt am besten geeignet, um Ballast zu sparen, richtig überzeugt bin ich davon jedoch nicht.
Unsere Hauptzutat war Reis. Den essen wir sowieso gerne. Natürlich ist er schwer, aber wir konnten alles auf zwei Rucksäcke verteilen und dann egalisiert sich das ein wenig. Wir hatten insgesamt zwei Kilo Reis dabei. Diesen haben wir in Brühe aus Brühwürfeln gekocht. Dazu haben wir drei kleine Dosen Mais mitgenommen und an drei Tagen direkt in den fertigen Reis gerührt. Als Mittagessen für zwei Tage haben wir außerdem vier Avocados, zwei Dosen Thunfisch und salzige Cracker mitgenommen. Avocados geben euch richtig Power und sind super günstig. Wenn man sie richtig packt, überleben sie auch einige Tage im Rucksack. Die Avocados mit Thunfisch haben wir beispielsweise am siebten Tag gegessen. Für die Etappe Los Perros – Grey solltet ihr definitiv einen Power-Snack zum Mittag einplanen. Außerdem mehr Tütensuppen als man denkt. Diese sind nicht nur leicht und platzsparend, sie wärmen, geben Flüssigkeit, Zucker, Kohlenhydrate und sind schnell zuzubereiten. So haben wir bereits morgens zu einer kräftigen Tütensuppe gegriffen, um die Nacht aus den Knochen zu schütteln. Super funktionieren auch Tomatensuppen als Soße für den Reis.
Unverzichtbar war unsere Tüte mit Erdnüssen, Walnüssen, Pistazien und getrockneten Feigen. Diese haben wir immer ganz oben in meinen Rucksack gepackt, sodass Jana an den Inhalt kam, ohne dass ich ständig den Rucksack absetzen musste. Unsere Mischung brachte es am ersten Tag auf knapp über zwei Kilo und insbesondere der Zucker der getrockneten Feigen ließ uns aus jedem emotionalen Tief neue Motivation schöpfen und kurze Zeit später konnte man sogar über die Schmerzen lachen.
Alle kostenpflichtigen Campingplätze haben auch einen kleinen Kiosk. Zu verständlichen Preisen (der einzige Weg Lebensmittel anzuliefern ist per Helikopter) werden hier auch Schokolade, Cola und Co. verkauft. Am vierten Tag gönnten wir uns eine Cola und M&M’s. Ich erinnere mich noch an die Gänsehaut, die jeder Schluck und jeder Biss mit sich brachten. Wir haben bereits jetzt körperliche Grenzen ausgeschöpft, von denen wir vorher nichts wussten und gelernt, dass dieses System zu mehr in der Lage ist als den Alltag eines Studenten zu meistern. Die Wertschätzung die man einem Produkt, welches es sonst an jeder Ecke zu kaufen gibt, in dieser Situation zuteilt, ist unbeschreiblich.
Um für ein wenig Abwechslung zu sorgen, haben wir außerdem zwei Tüten Nudeln und die in Chile überall erhältliche, fertige Tomatensoße aus der Tüte mitgenommen. Die haben am ersten Tag zubereitet, um einen Unfall mit Tomatensoße im Rucksack zu vermeiden. Üblich sind auch asiatische Instant Nudeln. Sie erfüllen alle Kriterien an ein Trekking-Essen, schmecken mir aber überhaupt nicht. Mit diesen Lebensmitteln haben wir es überstanden. Nehmt lieber mehr Suppen mit als „errechnet“ um an kalten Tagen eine mehr zu euch nehmen zu können.

Medikamente
Mein nächster Tipp ist nichts wirklich gutes, aber es war für uns unerlässlich – Paracetamol. Wir haben an 5 von 8 Tagen Abends eine 400er Tablette genommen, aus Angst unsere Muskeln sonst nicht beruhigen zu können. Wie gesagt, möchte ich euch das nicht wirklich empfehlen, ihr solltet aber so oder so Schmerztabletten mitnehmen. Ebenfalls notwendig sind Kohletabletten. Solltet ihr mal schlechtes Wasser erwischen oder sonst irgendetwas nicht vertragen, empfehle ich euch vorzubeugen. Wir haben eine Woche bevor wir in den Park sind angefangen täglich eine Tablette zu nehmen und während der Zeit im Park eine zum Frühstück und eine abends genommen. Das chilenische Produkt war nicht mit einem Medikament zu vergleichen, welches man in Deutschland gegen Durchfall etc. bekommt. Deshalb war die Menge noch voll in Ordnung.
Weiterhin ein kleines Sortiment eines Verbandskastens – Desinfektionsspray, Bandagen falls ihr mal umknickt, Pflaster, Blasenpflaster, eine kleine Brandsalbe, falls ihr euch mal am heißen Topf oder Gaskocher verbrennt.
Solltet ihr sonstige Medikamente benötigen packt unbedingt mehr ein, falls ihr wetterbedingt einen oder zwei Tage länger bleiben müsst als ihr plant.




Checkliste Medikamente:
Paracetamol
Kohletabletten
Desinfektionsspray
Bandagen
Pflaster
Blasenpflaster (zur Vorsorge ein Antiblasen-Gel oder Stift)
Sonstige Medikamente

Bekleidung und Equipment
Ich glaube der folgende Teil ist bei erfahrenen Wanderern schon eine philosophische Frage. Wir haben uns mit unserem Equipment aber zu keinem Zeitpunkt schlecht ausgestattet gefühlt und da man mit der Zeit ja eher dazu lernt, haben wir im Park sogar noch reduziert.
Hier eine Hierarchie aufzustellen ist unmöglich. Alles was ihr bei und an euch tragt muss unerlässlich sein.
Fangen wir mit der Bekleidung an. An den Füßen solltet ihr bereits eingelaufene Outdoorschuhe tragen. Wir haben uns bereits in Deutschland bei Decathlon ausgestattet. Deshalb bin ich der Meinung, dass ihr keine Schuhe für 500 Euro oder mehr braucht, nur weil ihr einen anspruchsvollen Park durchwandern wollt. Wir hatten flache Schuhe von Quechua, da diese leicht und weich waren. Die haben uns nicht nur von der Preis-Leistung überzeugt. Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist es die günstige Merrel Produktion. Lasst mich euch sagen, dass ein Schweizer mit seinen 600 Euro Wanderstiefeln jeden morgen seine Blasen abgeklebt hat, während wir in die Schuhe geschlüpft sind und losliefen. Vorsorglich haben wir Knöchel, Fußballen und Zehen, sowie die Ferse jeden Morgen mit einem Stift gegen Blasen (gibt es in jeder Drogerie) eingerieben. Nasse Füße werden euch nur am ersten Tag stören. Ihr werdet merken, dass man auch Schuhe wieder trocken laufen kann. Die Kombination aus den Schuhen und Socken ist wichtig. Wir haben lange Outdoorsocken, ebenfalls von Quechua, getragen. Die waren warm, atmungsaktiv, schnell trocknend und haben außerdem die Knöchel und alle dazugehörigen Sehnen gestützt. Achtet, wenn möglich schon beim Kauf darauf, dass sie perfekt sitzen.
Mit drei Paaren seid ihr hier auf der ganz sicheren Seite, falls ihr mal nur Regen habt, könnt ihr jeden Tag mindestens ein Paar während des Kochens neben eurem Gaskocher trocknen.
Als Hose empfehle ich euch eine leichte Hose, die man über dem Knie abzippen kann. Auch hier hatten wir Quechuahosen. Die sind windundurchlässig und trocknen bereits von der Körperwärme in kurzer Zeit. Nach einer Schlamm-Etappe sind sie leicht zu reinigen und am nächsten morgen wieder trocken. Deshalb reicht es zwei Hosen mitzunehmen.
Interessanter wird es am Oberkörper. Per Zwiebeltechnik seid ihr für jede Temperatur gewappnet. Statt eines Thermooberteils hatte ich ein T-Shirt aus Baumwolle als erste Schicht und darüber ein Longsleeve Shirt, ebenfalls aus Baumwolle. Dann einen Kapuzenpullover und ein Fleeceshirt. Als letzte Schicht eine Wind- und Wasserabweisende Jacke. Morgens haben wir eigentlich immer alles angezogen um erst mal warm zu werden. Teilweise haben wir nach 15 Minuten die erste Schicht, meist das Fleece unter der Jacke, ausgezogen. Das klingt umständlich, hat uns aber nicht gestört, da wir lieber schwitzen als frieren. Sobald die Sonne raus kam konnte man es meistens am besten im T-Shirt aushalten.
Zum schlafen hatte ich eine kurze Hose und ein Shirt dabei, je weniger ihr im Schlafsack tragt, desto wärmer wird es.
Ich empfehle euch außerdem ein Tuch, welches mehr oder weniger universell einsetzbar ist – als Kopfbedeckung, Schal, Stirnband und zum Schutz des Gesichts. Auch hier gibt es wieder ein großes Unternehmen, die sehr bekannte Tücher für diese Gelegenheiten anbieten. Wir haben erneut eine günstige Alternative bei dem bereits erwähnten Geschäft erworben und waren voll zufrieden. Weiterhin ist eine Sonnenbrille super praktisch. Sie schützt die Augen nicht nur vor der Sonne, sondern bei Sturm auch vor herumfliegendem Laub, Staub und so weiter. Jana hatte außerdem ihre Mütze dabei und auch häufig auf. Der Wind ist wirklich frisch um die Ohren!

Checkliste Bekleidung:
1 Paar Schuhe
3 Paar Socken
2 Hose zum abzippen
2 T-Shirts zum laufen, 1 zum schlafen
1 Long-Sleeve
1 Fleeceshirt
1 Regenjacke
1 Tuch
1 Mütze
Sonnenbrille

Ausrüstung
Freund und Feind in einer Sache – der Rucksack. Hier lege ich meine Hand für die Rucksäcke von Deuter in’s Feuer. Die Aircontact-Pro 60 + 15 Liter Variante war wie geschaffen für meine Wirbelsäule, die Schulterpolster weich und ausdauernd. Auch die angepriesene „Belüftung“ des Rückens funktioniert. Jana griff ebenfalls bei Deuter zu und schnallt sich seitdem den Quantum 55+10 auf. Das praktische an der Quantum Serie ist der kleine, zusätzliche Rucksack, in den auch alles für eine lange Tagestour hinein passt. Kauft den Rucksack nicht auf gut Glück, geht in ein Geschäft in dem ihr Rucksäcke verschiedener Hersteller aufsetzen könnt und euch gut beraten fühlt. Lasst euch Gewichte in den Rucksack legen und behaltet ihn eine Zeit lang auf. Außerdem solltet ihr schon vor dem Kauf wissen welche Lasche was verzieht, enger stellt oder eben das Gegenteil bewirkt. Der Rucksack sollte außerdem einen Regenschutz haben, der auch über den bis zum Rand gefüllten Rucksack passt.

Weiter geht es mit dem Zelt und hier sind wir am nächsten Punkt an dem sich die Geister scheiden. Wir haben uns im Vorfeld ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Janas einzige Bedingung war, ein getrenntes innen und Außenzelt zu haben, um möglichst viele nervige Tiere abwehren zu können. Meine Ansprüche: Kompakt, schnell aufzubauen, breit genug für zwei Personen plus Rucksäcke und eine Länge von zwei Metern damit ich vernünftig schlafen kann. Beim Gewicht ging ich dafür gerne Kompromisse ein. Wir wählten im Endeffekt das Quechua 2-Seconds Illumin Wurfzelt für drei Personen. Mit knapp vier Kilo im trockenen Zustand bestimmt kein Standard-Trekking Zelt, aber wir wussten bereits im Vorfeld, dass wir auch auf anderen Reisen das Zelt den meisten Hostels bevorzugen. Es passte gerade so in den größten Koffer den Airlines mitnehmen und so bekamen wir es heile aus Deutschland nach Südamerika und auch wieder zurück. Natürlich könnt ihr in Puerto Natales bei jeder Tourismus-Agentur das komplette Equipment leihen. Hier bekommt ihr vor allem einwandige Trekkingzelte, dessen Ein-Personen-Version zusammengepackt in die Getränkehalterung eures Rucksackes passt.

Die nächste Philosophie – Die Isomatte:

Die haben wir in Chile gekauft. Wir hielten die selbstaufblasende Variante für die beste Lösung. Das Packmaß ist leider nach dem ersten gebrauch nicht mehr vorteilhaft und sobald das erste kleine Loch drin ist wird es nicht besser. Trotzdem konnten wir gut darauf schlafen und haben sie bis zum Ende genutzt. Auch hier solltet ihr euch beraten lassen und individuell eure präferierte Ausführung kaufen.

Weiter geht es mit dem Schlafsack und für uns zurück zu Decathlon. Unsere Ansprüche waren gar nicht hoch. Wir wollten gestreckt drin liegen können und mir war eine Art Kapuze wichtig, um ganz darin versinken zu können. Außerdem wollten wir den Schlafsack so weit aufmachen können, dass man ihn als Decke nutzen kann. Quechua erfüllte uns diesen Wunsch und fügte zusätzlich die Möglichkeit hinzu, zwei Schlafsäcke der selben Reihe, auch in unterschiedlicher Länge, zusammenfügen zu können. Das war Anfangs nicht das Hauptargument, im Endeffekt nutzten wir die Schlafsäcke ausschließlich kombiniert. Das Packmaß, dass ich beim Zelt vernachlässigt hatte, war mit den Schlafsäcken wieder ausgebügelt. Auch meine zwei-Meter Ausführung passte immer wieder in den kleinen Beutel ohne, dass dabei viel Zeit verloren ging. Die Ausführung bis 15° Celsius war weder zu warm, noch zu kalt. Wir haben uns immer gut gefühlt und fanden die innere Beschichtung angenehm.

Das Mitschleppen der Lebensmittel bringt euch nichts, wenn ihr keinen Gaskocher dabei habt. Wir hatten einen recht großen Kocher mit langen Gasflaschen dabei. Eine kleinere Variante hätte ebenfalls ausgereicht und einiges an Platz gespart. Das ist eine Sache die ich beim nächsten Mal anders machen würde. Wir haben 1,5 Gasflaschen verbraucht, denkt also daran mindestens eine Flasche in Reserve mitzunehmen. Zum kochen braucht ihr außerdem ein Feuerzeug, einen Topf und Besteck. Aus Platzgründen haben wir auf Teller verzichtet und mit einer 3-in-1 Löffel-Messer-Gabel Kombination direkt aus dem Topf gegessen. Weiteres kleines Equipment, das ihr unebdingt dabei haben solltet ist eine Kopflampe und ein Taschenmesser.
Keine Philosophie, sondern Pflicht ist das Mitnehmen von Müllbeuteln und meine Empfehlung ist, in den Rucksack einen großen Müllsack zu legen, in den ihr quasi alles rein packt und ihn dann oben zu knoten könnt. Es wäre fatal, wenn wegen eines Regens all eure Klamotten durchnässt wären.
Wir haben uns bei unserem Hostelbetreiber noch ein Paar Wanderstöcke geliehen. Ich hatte das Gefühl, mit einem Stock besser klargekommen zu sein als hätte ich beide Hände voll gehabt. Das mag vor allem an der fehlenden Übung gelegen haben. Ich war aber froh den Stock zu haben, wahrscheinlich wäre ich sonst noch öfter gestolpert und gefallen. Wer weiß wie das Abenteuer dann ausgegangen wäre.

Soweit war es das zur gröberen Ausrüstung.

Checkliste Equipment:
Rucksack
Zelt
Isomatte
Schlafsack
stabile Wasserflasche
Gaskocher + Gasflaschen (+1 Reserve)
Feuerzeug
Topf
Besteck
Kopflampe
Taschenmesser
Müllbeutel
großer Müllsack um euer Equipment im Rucksack zu schützen
Wanderstöcke

Hygieneartikel
Wir hatten alles in kleiner Ausführung dabei – Reise-Zahnbürsten, die man zusammenklappen konnte, eine kleine Tube Zahnpasta, Deo, Duschgel, Toilettenpapier – in Chile stecken in den großen Rollen, statt der hier üblichen Papprollen sozusagen „Klopapierrollen-to-go“. Die sind super Praktisch, da sie auch in die Innentasche einer Jacke passen und im Rucksack überall hingestopft werden können.

Eingecremt haben wir uns nur mit Sonnencreme. Das war für die Zeit in Ordnung und bot zugleich Schutz.

Bei den Handtüchern schwöre ich auf Microfaser. Die bekommt ihr in jedem Outdoor/Campinggeschäft. Hier hatten wir zwei Duschhandtücher und zwei kleine Tücher dabei.

Checkliste Kulturbeutel:
Zahnbürste
Zahnpasta
Deo
Duschgel
Toilettenpapier
Sonnencreme
Handtücher

Luxusgegenstände
Hier sollte man sich natürlich so weit beschränken wie man es persönlich für möglich hält. Wir hatten jeweils einen IPod und eine Wärmflasche mit. Auf die Frage welche drei Artikel ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, antworte ich seitdem mit Machete, Topf und Wärmflasche. Eure Muskeln werden die Wärme lieben und zugleich wirkt sie ein Stück weit als Heizung für die kleinen Zelte. Wir wären auch ohne IPods ausgekommen, aber auf Etappe 4 (Campamento Las Torres -> Campamento Serón) half die Musik sich für die zähen letzten Kilometer zu motivieren. Außerdem hatten wir zwei Fotokameras dabei. Eine kleine Digicam, hatte ich immer griffbereit, um auch während der Etappen Fotos machen zu können. Mehrfach in Plastiktüten gewickelt hatten wir außerdem unsere Spiegelreflex, die ich eigentlich bei jeder Pause ausgepackt habe. Wie sollte es anders sein, ist das atemberaubendste Foto natürlich mit der kleinen Kamera entstanden. Seit gespannt, es wird bald im Bericht auftauchen.
Natürlich habe ich auch heute einen kleinen Ausblick auf die wunderschöne Natur des Parque Nacional Torres del Paine. BildTeil3

Nächste Woche fahren wir dann gemeinsam in den Park und beginnen endlich das Abenteuer!

Ein Gedanke zu „Parque Nacional Torres del Paine | Teil 3

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