Parque Nacional Torres del Paine | Teil 2

Im zweiten Teil meines Reiseberichts über den Parque Nacional Torres del Paine werde ich euch Tipps zur Anreise und  nähere Informationen zu Eintrittsgeldern und Parkregeln geben. Beginnen wir doch einfach mit der:




Anreise

Es gibt drei Varianten, um zum chilenischen Ausgangspunkt Puerto Natales zu gelangen.

  1. Über Argentinien. Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit mit dem Bus über die argentinische Seite anzureisen. Von chilenischen Orten dauert diese Art der Anreise jedoch wirklich sehr lang – mindestens 24 Stunden fahrt. Wenn ihr ausreichend Zeit mitbringt könnt ihr die Anreise aber über verschiedene Orte in Argentinien ausdehnen und so eventuell Chile und Argentinien parallel bereisen. Vor allem aus Zeitmangel haben wir uns gegen diese Variante entschieden. Solltet ihr weitere Informationen benötigen solltet ihr euch mit den großen Busgesellschaften, die auch im Süden agieren auseinandersetzen. Ein guter Ausgangspunkt ist immer Fullpass. Da eine direkte Anreise nicht möglich ist, solltet ihr Gabelverbindungen mit verschiedenen Routen versuchen. Das ist zeitaufwändig aber im Endeffekt könnte es die kostengünstigste Variante ergeben. Wenn ihr genug Vorlaufzeit in Chile oder Argentinien habt, geht am besten direkt in ein Büro der Busgesellschaften und lasst euch dort helfen. Weniger planungsaufwändig ist die Anreise…
  2. Mit der Fähre. Es ist wohl die schönste Art anzureisen. Leider auch ziemlich teuer. Üblich ist die Navimag-Fähre ab Puerto Montt bis Punta Arenas zu nehmen. Auf einer mehrtägigen Fahrt durch die Chilenischen Fjorde lernt ihr so bereits das raue Wetter und die Schönheit Patagoniens kennen. Vorbei an Eisbergen, Gletschern und grüner Landschaft tankt ihr auf der Fahrt letzte Kraft für das bevorstehende Abenteuer. Das Angebot wurde bereits zu unserer Reisezeit im Januar 2014 abgespeckt. Vorher gab es wohl einige Sicherheitsmängel, weshalb der Fährbetrieb zwischenzeitlich eingestellt wurde. Die Tickets dafür könnt und solltet ihr hier Online buchen. Wir hatten weder ausreichend Zeit noch Geld für eine der schöneren Kabinen. Deshalb wählten wir:
  3. Die Anreise mit dem Flugzeug. Wir waren zuvor in Pucón (Bericht folgt), sind mit dem Bus nach Puerto Montt gefahren, haben hier eine Nacht geschlafen und sind von dort mit LAN nach Punta Arenas geflogen. Der kurze Flug ist entspannt und war nicht teuer. Man muss natürlich auf das Gewicht des Reisegepäcks achten.

Von Punta Arenas fuhren halbstündlich Busse nach Puerto Natales. Ein Busticket im Vorfeld zu buchen ist möglich aber durch unkalkulierbare Verzögerungen beim Flug, der Gepäckausgabe oder auf der Fähre ist das auch riskant. Wir haben es nicht gemacht und gerade noch zwei Plätze im ersten Bus nach unserer Ankunft ergattern können – man muss halt auch mal Glück haben. Am Flughafen stehen sonst natürlich auch die gängigen Autovermietungen und notfalls (teure) Taxis zur Verfügung. Immerhin dauert die Busfahrt über zwei Stunden.

Von Puerto Natales fahrt ihr weitere 3 Stunden in den Park. Der direkte Weg vom Flughafen in den Park ist vielleicht möglich wenn ihr mit einer Organisation reist und im Park in einem Hotel schlaft. Für Wanderer halte ich das für unmöglich. Deshalb empfehle ich eine Nacht in einem Hostel/Hotel in Puerto Natales. Kommt ihr recht früh (also Mittags oder am frühen Nachmittag) und nicht an einem Sonntag in Puerto Natales an, könnt ihr am Tag selbst noch Lebensmittel, Gasflaschen für den Kocher und eventuell fehlendes Equipment einkaufen und leihen. Am nächsten Morgen solltet ihr mit dem ersten Bus (ca. 6 Uhr) in den Park fahren. Tickets für den Bus könnt ihr am Busbahnhof oder über euer Hostel/Hotel kaufen. Kommt ihr spät an oder habt Bedenken bei der schnellen Weiterreise bleibt lieber einen Tag länger in Puerto Natales, denn ihr solltet perfekt vorbereitet starten!

Allgemeines zum Park

Der Eintritt in den Park beträgt für ausländische Touristen zur Zeit 18.000 Chilenische Pesos (ca. 45€) in der Hauptsaison (1. Oktober bis 30. April) und 10.000 CLP in der Nebensaison (1. Mai bis 30. September).
Es gibt zwei verschiedene Arten von Campingplätzen – Kostenlose, die dafür auch nur eine Hütte mit „Toiletten“ und einen Fluss zum waschen etc. haben und kostenpflichtige, mit Badezimmern und warmen Duschen zu zwei bestimmten Zeiten am Tag. Hier findet ihr außerdem immer einen kleinen Kiosk – sogar im Camping Los Perros und Camping Dickson. Sollte das Sortiment hier mal knapp sein, ist wahrscheinlich das Wetter daran schuld, da der Hubschrauber die Lebensmittel nicht bringen konnte. Ebenfalls ausschließlich auf den kostenpflichtigen Campingplätzen gibt es Zelte, Schlafsäcke und Isomatten die ihr euch für eine Nacht mieten könnt.




Die Campingplätze kosten 8500CLP pro Nacht pro Person, also etwas mehr als 10 Euro. Nehmt unbedingt ausreichend Bargeld mit. Stellt euch vor euer Zelt geht kaputt und ihr schafft es nicht an einem Tag den Park zu verlassen. Dann habt ihr keine andere Wahl als euch ein Zelt zu mieten. Für ein Zelt zahlt ihr 9500 Pesos.

Alle Pfade sind gekennzeichnet. Hin und wieder durch Schilder, oft stehen nach dem ersten Hinweisschild farblich markierte Stöcker am Wegesrand, die euch anzeigen auf dem rechten Weg zu sein.

Die Aufenthaltszeit im Park bestimmt ihr, solltet sie aber im Voraus berechnen, denn sie muss auf Formularen eingetragen werden. Diese bekommt ihr wenn ihr mit einem Bus in den Park fahrt während der Fahrt und sonst an der Rezeption. Soweit ich weiß führt nur eine Straße von Puerto Natales in den Park und so kommt ihr auch mit dem privaten PKW (diese Anreise empfiehlt sich nur bei Tagestouren) zwangsläufig zu der Anmeldung (Porteria). Die Warteschlange wird euch so oder so auffallen. Füllt alle Unterlagen aus und geht in dem Häuschen von Fenster zu Fenster. Bezahlt den Eintritt IN BAR und achtet darauf als Beleg für den bezahlten Eintritt einen Stempel auf euren Unterlagen zu bekommen. Außerdem müsst ihr eine Karte, auf der alle Campingplätze aufgelistet sind bekommen. Diese müsst ihr an jedem Campingplatz an dem ihr übernachtet beim Einchecken vorlegen. Hierfür solltet ihr auch eine verschließbare Klarsichthülle dabei haben. Die Unterlagen sollen nämlich gut sichtbar an eurem Rucksack angebracht werden – Wir hatten es nicht, haben auch keinen Ärger dafür bekommen und die wichtigen Zettel immer griffbereit gehabt.
Nachdem alle Formalitäten abgewickelt wurden geht es in den Nachbarraum. Hier gibt es ein Informations- und Sicherheitsvideo. Die wichtigsten Infos kurz zusammengefasst:
Im gesamten Park darf kein Feuer gemacht werden. Einzig Gaskocher dürfen an den dafür vorgesehenen Plätzen auf den Campingplätzen betrieben werden. Nur dort darf auch geraucht werden. Das Zerstören der Natur, auch das Mitnehmen von Erinnerungen (Steine etc.) ist verboten und wird hart bestraft. Ebenso das Liegenlassen von Müll. Auch das Wandern abseits der „beschilderten“ Pfade ist verboten.

Kein Scherz – für das Nichtbeachten geht ihr in der Regel in den Knast und zahlt extrem hohe Strafgelder. Glaubt mir, ihr wollt in Südamerika nicht in einem Gefängnis landen, weil ihr einen Stein mitgenommen, einen Waldbrand entfacht oder die Natur vermüllt habt. Last but not least wird vor dem Puma gewarnt. Wir konnten einerseits leider, andererseits zum Glück keinen dieser seltenen, aber aggressiven Geschöpfe beobachten. Der Wächter eines Campingplatzes erzählte uns, dass die Pumas fernab der Wanderpfade leben. Das belegen auch Dokumentationen.

Unser Eindruck war, dass diese Vorschriften, insbesondere was das Liegenlassen von Müll angeht, Früchte tragen. Außer einen Raucher haben wir keine Vergehen beobachten können. Durch die extremen Wetterbedingungen kann ich sogar verstehen, dass mal die Verpackung eines Müsliriegels weg weht, ohne dass es beabsichtigt war. Es wurde jedoch eine Gruppe beim Feuermachen am Wegesrand beobachtet, die Täter sind zunächst geflohen und wurden beim Verlassen des Parks festgenommen. Gut möglich, dass sie bis heute in Chile sind. Bilder der bis heute wdh andauernden Auswirkung der letzten Brände werde ich euch in den entsprechenden Etappen präsentiert.

Nun geht es zurück in euer Auto oder euren Bus. Und die Fahrt geht weiter, bis zu dem Startpunkt für euer jeweiliges Abenteuer…

Auch heute habe ich natürlich einen kleinen landschaftlichen Vorgeschmack für euch: Bild2HDR

Im nächsten Teil (am 21.07.2015) stelle ich euch die möglichen Touren und unser Equipment vor. Seid gespannt und kommt gerne wieder vorbei.

Ein Gedanke zu „Parque Nacional Torres del Paine | Teil 2

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