Ilha Grande, ein Paradies vor der Großstadt

Für fast 14 Tage verließen wir die spanischsprachigen Staaten Südamerikas, um einerseits eine der gefürchtetsten Städte der Welt – Rio de Janeiro – und andererseits ein Paradies unweit dieser Stadt kennenzulernen.




Die Ilha Grande erreicht man vom Zentrum Rios innerhalb von ungefähr zwei Stunden. Die Insel ist wahrlich kein Geheimtipp mehr. Deshalb gibt es viele Busunternehmen und Taxifahrer, die die Strecke von Rio zu den Abfahrtsorten der Fähren zu Sonderpreisen anbieten. Da wir in unserem Hostel in Rio jemanden kennengelernt haben, der zusammen mit seiner Freundin am selben Tag wie wir auf die Insel wollte, teilten wir uns zu viert ein Taxi nach Conceição de Jacareí. Die Boote die von hier fahren, sind etwas schneller, viel kleiner, aber auch deutlich teurer, als die große Fähre die zwischen Angra dos Reis und Abraão pendelt. Nachdem auch die Lebensmittel und ein neuer Kühlschrank für eines der Restaurants der Insel auf dem Boot waren, legten wir ab und schipperten etwa 45 Minuten bis wir in den Hafen der Ilha Grande einliefen, der vor Abraão, der Hauptstadt der Insel, liegt.
Nicht nur die Aussicht, die man bereits auf der Überfahrt hat, sondern auch der Wind auf der Haut sind so völlig anders als das, was einen noch zwei Stunden vorher umgab. Wir wollten zunächst zu unserer Unterkunft und orientierten uns noch auf dem Steg stehend mithilfe von ein paar Einheimischen. Auch wenn die Insel schon von einer Art Massentourismus heimgesucht wird, haben wir eine Unterkunft gewählt, die nicht in dem größten Ort der Insel liegt, sondern oberhalb und abseits der Massen. Um die Lodge zu erreichen, mussten wir mal wieder die Trekkingschuhe anziehen. Zunächst ging es den Strand von Abraão entlang, bis ein Weg rechts in den Wald hinein führt. Von dort aus geht es ausschließlich bergauf. Der Weg ist nicht ganz einfach aber er lohnt sich so oder so, denn dieser Pfad führt auch zu zahlreichen traumhaften Stränden der Insel. Insgesamt gibt es übrigens fast 90 Strände auf der Insel. Einer von ihnen, Lopes Mendes, wird regelmäßig als einer der schönsten Strände der Welt ausgezeichnet. Diese Prämierung kann ich vollkommen nachvollziehen, für uns ist es aber nichtmal der schönste Strand der Insel. Wir fühlten uns am Strand Dois Rios am wohlsten. Umzingelt von zwei Flussmündungen liegt dieser Strand in einer Bucht die von nur wenigen Touristenbooten befahren wird und somit fast ausschließlich zu Fuß zu erreichen ist. Die üppigen Pflanzen am Rand des Strandes sorgen für perfekte Schattenplätze, ohne die man es kaum aushalten könnte. Wir haben insgesamt 6 Nächte auf der Ilha Grande verbracht und waren zwei mal am Praia Dois Rios. Beim ersten Mal hatte das Wasser in der Bucht etwa 25 Grad, bei unserem zweiten Besuch etwa 18. Damit hätten wir nicht gerechnet, es ändert aber nichts an der Schönheit des Ortes. Die Insel wurde früher zur Isolierung der gesunden Menschen genutzt, als auf dem Festland Seuchen das Leben der Bevölkerung beherrschten. Später wurde dann ein Gefängnis in Dois Rios erbaut, in dem Schwerverbrecher ihre Strafe absitzen mussten. Von dem Gefängnis stehen heute nur noch die Grundmauern, der kleine Ort in dem nur eine Handvoll Einheimische wohnen, wird aber immer noch bewacht. Wer über den Waldweg ankommt muss sich sogar in eine Liste eintragen und man darf nicht vergessen, sich auch wieder auszutragen wenn man den Rückweg antritt.
Für euren Aufenthalt auf der Insel braucht ihr nicht viel. Ihr müsst ordentlich Bargeld mitnehmen, einen Geldautomaten gibt es auf der Insel nämlich nicht, eine Badehose, Wanderschuhe, Flip-Flops und Sonnencreme. Das ist eigentlich schon ausreichend. Getränke und Snacks kauft ihr am besten an den Haustüren der Einheimischen oder in den kleinen Gassen rund um die ‚Innenstadt‘.
Wir waren wirklich froh eine Unterkunft abseits des Ortes gewählt zu haben. Es war pure Erholung. Dino, der Betreiber der Lodge, so verrückt er auch ist, hat unglaublich viele hilfreiche Tipps für seine Gäste und am Grill macht ihm keiner etwas vor. Wir hatten durch die vielen Negativschlagzeilen in den Medien sehr viel Respekt vor Rio und haben auch deshalb mehr Nächte auf der Insel gebucht als wir zunächst geplant hatten. Letztendlich hat uns auch Rio de Janeiro so gut gefallen, dass wir gerne noch ein oder zwei Tage mehr in der Stadt gehabt hätten. Und doch waren wir nicht traurig, denn sowohl Rio als auch die Ilha Grande sind absolut lohnenswerte Reiseziele.

Entspannung pur in den Hängematten auf der Terrasse unserer Lodge.

Entspannung pur in den Hängematten auf der Terrasse unserer Lodge.


Eines der besten Barbecues die ich in meinem Leben hatte.

Eines der besten Barbecues, die ich in meinem Leben hatte.


Für diese Aussicht lohnt sich der Weg zu Lodge.

Für diese Aussicht lohnt sich der Weg zu Lodge.


Lecker!

Lecker!


Jeden zweiten Morgen dasselbe Spiel - Die Kreuzfahrtschiffe laden in der Bucht vor Abraão die Touristen ab.

Jeden zweiten Morgen dasselbe Spiel – Die Kreuzfahrtschiffe laden in der Bucht vor Abraão die Touristen ab.


Natürliche Schattenspender.

Natürliche Schattenspender.


Baden im Paradies.

Baden im Paradies.


Eine Palmenallee führt in das kleine Örtchen Dois Rios.

Eine Palmenallee führt in das kleine Örtchen Dois Rios.


Ein Ausblick auf einer unserer Wanderungen.

Ein Ausblick auf einer unserer Wanderungen.


Praia Negra.

Praia Negra.


Schnorcheln für Faule!

Schnorcheln für Faule!


Stinkfrucht. Solang sie am Baum hängen harmlos, liegen sie nur kurze Zeit machen sie ihrem Namen alle Ehre.

Stinkfrucht. Solange sie am Baum hängen harmlos, liegen sie nur kurze Zeit am Boden, machen sie ihrem Namen alle Ehre.


Lopes Mendes. Er ist wirklich schön, aber durch seinen Ruf auch deutlich frequentiertet als Dois Rios.

Lopes Mendes. Er ist wirklich schön, aber durch seinen Ruf auch deutlich frequentierter als Dois Rios.


Auf unserem letzten Weg von Dois Rios nach Abraão haben wir sie endlich nicht nur gehört, sondern auch gesehen: Brüllaffen!

Auf unserem letzten Weg von Dois Rios nach Abraão haben wir sie endlich nicht nur gehört, sondern auch gesehen: Brüllaffen!





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