11 Attraktionen in Viña del Mar und Concón

Am 18. Juli 2013 bezogen wir unser Apartment im 19. Stock eines modernen Hochhauses in Viña del Mar. Eine Woche später waren wir auch offiziell Bewohner dieses unglaublichen Landes und verbrachten von nun an 7 Monate in Südamerika, die meiste Zeit davon in der Nachbarstadt vom weltberühmten Valparaíso. Viña zählt knapp 300.000 Einwohner und ist ein krasses Gegenteil zu vielen anderen Städten in Chile. Die Stadt ist absolut modern, Anziehungspunkt für Reiche und macht den Eindruck einer europäischen oder nordamerikanischen Großstadt. Mit der Metro ist man in kürzester Zeit in Valparaíso und die unzähligen Micros (Kleinbusse mit verrückten Fahrern) sorgen für das schnelle Erreichen aller Attraktionen der Stadt und der umliegenden Gebiete. Wir fühlten uns absolut privilegiert so viel Zeit in der Stadt verbringen zu können und unsere Highlights möchte ich euch nicht vorenthalten!




Shopping: Supermarkt, Baumarkt, kleine Shops für Geschenke oder Mitbringsel, Geschäfte der großen Bekleidungsketten, Restaurants und ein Kino unter einem Dach: Die Mall Marina Arauco im Norden der Stadt. Wir verbrachten unzählige Stunden dort – zum Bummeln, Shoppen, in den Cafés und im großen Kino. Von unserer Wohnung konnten wir, an der Strandpromenade entlang, in weniger als 40 Minuten zur Mall spazieren und genossen auf dem Hin- und Rückweg häufig die Sonne oder einen der unglaublichen Sonnenuntergänge. Wem das aber zu viel amerikanisches Flair ist, sollte sich auf der Calle Valparaíso umsehen. Auch hier gibt es typische Restaurants, einen gut sortierten Second-Hand Laden, einen Supermarkt und den besten Bäcker der Stadt: Die „Panadería y Pastelería Maitena“. Egal ob die herzhaften Zwiebelbrötchen, die süßen „Berlín“ oder Tortenstücke, hier wird alles selbst hergestellt und das schmeckt man auch!

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Der Blick aus der Mall zum Meer.

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Auf der Dachterrasse findet man Restaurants und Cafés.

Wochenmarkt: Streng genommen natürlich auch eine Form des Shoppings, aber der Mercado ist es einfach wert einen separaten Eintrag in meiner Liste zu bekommen. Hier bekommt man alles, was man sich vorstellen kann. Durch die verschiedenen Klimazonen in Chile wächst das ganze Jahr über alles, von der Orange, über Staudensellerie, Äpfel und Avocados bis zu Kartoffeln und Zwiebeln im eigenen Land. Ein Biosiegel wird auf diesem Markt nicht benötigt, es ist selbstverständlich. Wir haben unseren Wocheneinkauf an Obst und Gemüse jeden Samstag mit unseren Reiserucksäcken nach Hause geschleppt. Die Verkäufer überzeugen ihre Kunden gerne durch Proben der Früchte und so haben wir das Mittagessen direkt auf dem Markt erledigt und den Einkauf mit einem frisch gepressten O-Saft abgeschlossen. Die verlangten Preise sind dabei aus deutscher Perspektive ein Witz! Wir haben selten mehr als 15 Euro für den gesamten Einkauf ausgegeben. Relativ früh auf dem Markt zu sein lohnt sich – gefühlt erledigt jeder Viñamarino seinen Einkauf hier und ab 10:30 Uhr wird es in den Gängen sehr eng.

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Der gesunde Rucksack!

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Lecker, günstig und farbenfroh – unser wöchentlicher Einkauf auf dem Markt.

Laguna Sausalito: Ein Paradies! Dieser See liegt etwas oberhalb der Stadt, direkt an dem gleichnamigen Stadion des städtischen Fußballclubs. Wir sind regelmäßig zu Fuß zur Lagune gelaufen. Auf dem Weg passiert man die weltberühmte Trabrennbahn und die angrenzenden Ställe. Auf den Rasenflächen an der Lagune kann man sich ausruhen und in der Sonne entspannen. In der Woche trifft man hier nur auf eine Hand voll Besucher und die Natur scheint nahezu unberührt. Die vielen Blüten, die selbst im chilenischen Winter blühen, die Kolibris und Echsen die hier um einen herumschwirren, geben einen Eindruck von Wildnis direkt neben der Großstadt. Im Sommer ist das Baden in der Laguna Sausalito in einem abgesperrten Areal erlaubt.

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Der erste Kolibri den ich in freier Wildbahn beobachten konnte!

Universidad Adolfo Ibañez: Die Universität als Hotspot der Stadt? Was für ein Streber! Ja, die Lehre hier ist ziemlich gut. Die häufigen Auszeichnungen und guten Platzierungen der kleinen Universität in südamerikanischen Rankings beweisen das aber zur Genüge. Viel mehr ist es die Zeit die wir ohne Vorlesungen auf dem Campus verbracht haben. Fast thronartig stehen die Gebäude am Hang zur Stadt gerichtet. Von oben sieht man Viña del Mar, Valparaíso und im Hintergrund glitzert das Meer. Die Studenten ruhen sich zwischen den Vorlesungen auf der Außenanlage aus und die offene Bauweise mit vielen Glasflächen ermöglicht auch an kalten oder regnerischen Tagen den Blick aus den Gebäuden über die Stadt. Sonnenuntergänge und die abends hell erleuchteten Straßenzüge sind wahrlich ein Grund die Vorlesungen in die Abendstunden zu legen und regelmäßig zu besuchen. Der Architekt der Gebäude der Universidad Adolfo Ibañez in Viña del Mar und Peñalolén gewann für seine Arbeit sogar „El Premio Nacional de Arquitectura“ im Jahr 2012. Den Campus Peñalolén kenne ich zwar nur von Bildern und Videos, allein für Viña gönne ich José Cruz Ovalle diese Auszeichnung aber bereits. Den Campus selbst darf man nur als Student der Universität betreten, einige Blicke auf die Architektur und vor allem den Ausblick kann man aber bereits von der Straße genießen.Universidad3 VistaUniversidad1

Feiern bis zum Sonnenaufgang: Die Clubs und Discotheken in Viña del Mar sind ein beliebtes Ziel für die Gestaltung der Nächte. Eigentlich könnte man sieben Tage die Woche feiern gehen – als Austauschstudent auch auf mehrere Partys pro Tag. Es gibt keine Discothek von der man schlechtes gehört hat. Der Preis der besten Location geht eindeutig an das „Murano“. Nur die Panorama-Glasscheibe trennt die Feiernden vom Playa Caleta Abarca. Die berühmt-berüchtigte Partytour „Saint-Jueves“, findet hier zum Beispiel statt. Saint-Jueves ist eine wöchentliche Mottoparty im Springbreak-Stil. Tequiladuschen, Schnaps aus Wasserpistolen und stundenlanges Anstehen sind die Kernmerkmale. Etwas gesitteter geht es zum Beispiel im „Scratch“ zu. Damals gerade neu renoviert, überzeugte es uns durch die moderne Aufmachung. Etwas ungewöhnlich ist der „Club OM“. Der Club ist im Casino und damit unverfehlbar. Im Foyer strahlt der weiße Mamor, in den Club haben wir es nie geschafft- Kommilitonen gingen dort häufiger hin. Es gibt viele weitere Möglichkeiten feiern zu gehen. Egal wie gut der Ruf eines Clubs ist, keine Feier war so gut wie die Haus-Partys, von denen es mehr als genug gab. Das beste Mittel gegen den Kater am nächsten Tag ist der kalte Pazifik.

Surfen in Concón: Ob Profi oder Anfänger, mit dem Bodyboard, zum Stand-Up-Paddling oder zum klassischen Wellenreiten: Playa La Boca ist der Surfspot für jedermann. Nach dem intensiven Einsteigerkurs und der ersten Stunde im Wasser waren wir infiziert. Die Surfschule unserer Wahl war dabei „Kaysurf“, es ist die letzte Surfschule in der Reihe und eine der ersten die in Concón eröffnet wurden. Der Betreiber, „Fengo“, war verletzt als wir den Kurs bei ihm buchten und er übernahm deshalb die Theorie. In klassischer Surfermanier machte er uns klar, wieso man auf dem Brett stehend auf dem Wasser fahren kann, wie man die guten Wellen erkennt und besonders wo die Gefahren am Playa La Boca sind. Die Praxis übernahm dann einer seiner angestellten. Als wir im Wasser waren versuchten wir so gut es geht die Theorie umzusetzen. Wie zu erwarten mit mäßigem Erfolg, dafür mit einigen Andeutungen des Ozeans, welche Kräfte er auf uns wirken lässt, wenn wir einen Fehler machen. Die Wellen die wir versuchten zu surfen waren dabei keinen Meter hoch! Da uns das Surffieber packte, waren wir schon bald nach unserer ersten Stunde wieder in Concón und schafften es mit den ersten Wellen zu surfen. Da wir zu alt sind, um eine Karriere als Profisurfer zu starten, gaben wir uns damit zufrieden und hatten jede menge Spaß! Die Anreise von Viña aus ist simpel: Die Micros haben ihre Haltestellen in der Frontscheibe kleben – Lest ihr da Concón sagt ihr dem Fahrer Playa La Boca – es ist eine der letzten Stationen auf der Tour. Wenn ihr ein Micro an der Straße Jorge Montt oder an der Mall bekommt, fahrt ihr an der Steilküste entlang- für die scharfen Kurven an den Klippen bremsen die Fahrer aber nicht, also solltet ihr Achterbahnen mögen.

Erstmal wird trocken geübt!

Erstmal wird trocken geübt!

Bevor man in den kalten Pazifik geht, erstmal die Neos in der Sonne wärmen.

Bevor man in den kalten Pazifik geht, erstmal die Neos in der Sonne wärmen.

Perfekter Abschluss eines Surftages!

Perfekter Abschluss eines Surftages!

Surferhunger: Surfen ist so anstrengend, dass man als Anfänger kaum eine Stunde im Wasser bleiben kann. Glücklicherweise gibt es in Concón die besten Empanadas weit und breit. Genau was der Körper nach der Zeit im Wasser benötigt! Die guten Empanadarestaurants erkennt ihr daran, wenn euch die Köche zugucken lassen! Wir haben immer in „La Perla del Pacífico“ gegessen. Ob mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch gefüllt, uns haben alle Sorten geschmeckt. Wer ein richtiges Restaurant bevorzugt ist im „“La Sirena de Don Halo“ gut aufgehoben. Nach unserer ersten Surfstunde aßen wir dort Fisch und waren für wenig Geld sehr satt.

Leider fehlt mir ein Bild der frischen Empanadas - Diese hier sind gebacken und damit nicht ganz so fettig...

Leider fehlt mir ein Bild der frischen Empanadas – Diese hier sind gebacken und damit nicht ganz so fettig…

Reiten: Wer in Richtung Concón unterwegs ist, sich aber nicht ins Wasser stürzen, sondern auf dem Rücken eines Pferdes durch die Dünen galoppieren möchte, sollte mit einem Anbieter von „Cabalgatas“ in Ritoque Kontakt aufnehmen. Ritoque und Concón werden von einem Fluss getrennt, es fahren nur wenige Micros von Viña bis Ritoque, weshalb wir von unserem Anbieter an der Tankstelle in Concón abgeholt wurden. Ich denke, dass wird die Regel sein. Unsere Pferde kannten den Weg und wissen was zu tun ist, sodass wir uns ausschließlich aufs oben sitzen bleiben konzentrieren mussten. Sobald der Strand erreicht ist, kennen die Pferde auch nur noch eine Richtung und galoppieren los, ohne, dass man irgendetwas tun müsste. Glücklicherweise bremsen sie aber auch wenn der Reiter es möchte. Am Wasser entlang, durch die Dünen, kleine Wälder und wieder zurück. Die Route ist sehr schön und macht Reiter und Pferd wirklich spaß. Der Muskelkater am nächsten Tag ist für die Menschen der unangenehmste Teil des gesamten Ausfluges. Auch Reiten macht sehr hungrig – in Viña kann man sehr gut chilenische Spezialitäten bestellen!

Das Glück der Erde...

Das Glück der Erde…

...liegt auf dem Rücken der Pferde!

…liegt auf dem Rücken der Pferde!

Gehoben chilenisch Essen: Es gibt mit Sicherheit einige gute Restaurants in Viña del Mar, besonders in vielen Facetten ist aber „La Flor de Chile“. Das rustikale Restaurant ist in der Regel voll – egal wann man kommt. An der Theke ist aber immer ein Platz frei und mit einem leckeren Getränk, ich empfehle das Honig-Bier, wartet man bis ein passender Tisch frei wird. Im Flor de Chile isst man in der Regel deftig, das Fleisch ist super zubereitet, die Beilagen auf den Punkt. Natürlich gibt die Karte mehr her und auch Fisch schmeckt sehr gut. Besonders oft sieht man Chorrillanas aus der Küche kommen – eine Basis aus Pommes, auf denen dünn geschnittenes Fleisch und Würstchen liegen und oben drauf zwei Spiegeleier. Ich sage euch, wenn ihr eine Chorrillana essen wollt, dann tut es im Flor de Chile – wenn nicht, bestellt euch gerne etwas anderes. Wir haben uns eine Platte zu Janas Geburtstag bestellt, weil wir es vorher noch nicht probiert hatten. Es war geschmacklich super, keine Frage, aber es ist eben Fleisch, sogar sehr viel Fleisch, mit Pommes und Ei, alles auf einem Haufen. Wir haben die Portion nicht geschafft und anschließend waren wir so vollgefressen, dass wir auf einer der typischen WG-Partys fast einschliefen. Wir besuchten das Restaurant mehrmals und konnten uns von der Qualität der Speisen überzeugen, deshalb empfehle ich das Flor de Chile jedem, der landestypische Küche in hoher Qualität genießen möchte.

Es ist, was es ist - Chorrillana chilena.

Es ist, was es ist – Chorrillana chilena.

Strände: Am Tag nach dem deftigen Abendessen in der „Blüte chiles“ lässt man das Frühstück in der Regel ausfallen. Zeit also für einen kurzen Spaziergang, um sich an einem der Strände auszuruhen. Unser Lieblingsstrand ist der Playa Caleta Abarca, er lag nur 5 Minuten von unserer Wohnung entfernt und bei weitem nicht bereits im Frühling so überlaufen wie die Hauptstrände Viñas. Am mehrere Kilometer langen Hauptstrand südlich und nördlich der Muelle Vergara kann man sich nicht nur entspannen und Sport treiben – oberhalb verläuft die Promenade mit einigen Imbissen und vielen Verkaufsständen mit einem breiten Angebot von T-Shirts über Spielzeug bis zu handgemachten Mitbringseln. Folgt man dem Flohmarkt und der Promenade weiter in Richtung Norden kommt man unweigerlich zur gläsernen Eisdiele „Bravissimo“.

Die Muelle Vergara eingebettet in endlose Strände.

Die Muelle Vergara eingebettet in endlose Strände.

Unser Lieblingsstrand - Playa Caleta Abarca in der Nähe der Reloj de Flores.

Unser Lieblingsstrand – Playa Caleta Abarca in der Nähe der Reloj de Flores.

Abkühlung: Das Baden im Pazifik vor Chile ist durch den kalten Humboldtstrom das ganze Jahr über sehr frisch und auch in den Sommermonaten eine extreme Abkühlung. Wenn die Abkühlung gut schmecken soll, empfehle ich ein Eis bei „Bravissimo“! Die Kette gibt es mehrmals in Viña del Mar, vorne am Strand kann man das Eis aber noch besser genießen. Egal ob ein Eisbecher oder zwei Kugeln in der Waffel, das Eis schmeckt wie Eis immer schmecken sollte – bravissimo!

Braucht ihr mehr Tipps? Plant ihr eine Reise nach Chile? Habt ihr Fragen? Ich helfe euch gern mit noch mehr Informationen! Schreibt einen Kommentar oder eine Mail.

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